Wir leben in einem System, dass an die Duale-Ausbildung über den ersten Arbeitsmarkt glaubt und sich in die Illusion rettet, dass alle, die dort zu knapp kommen, schon über staatliche Maßnahmen in das wirtschaftliche Leben integriert werden können.
Leider ist dies im immer stärkeren Maße nur noch eine Illusion.
So habe ich eine Bekannte, die vor einigen Jahren ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin aus gesundheitlichen Gründen abbrechen mußte. Und seit dem einen Spießrutenlauf durch die Institutionen, die alle nicht für sie zuständig sind oder sein wollen hinter sich hat. Was somit auch der Grund ist, dass ich hier einmal diesen unkonventionellen Weg der Lehrstellensuche für sie probiere um einfach einmal zu schauen, ob die neue, moderne digitale Form der sozialen Vernetzung das schafft, was das konventionelle System des Lehrstellenausschreibens und Bewerbens im immer geringerem Maße noch zu bewerkstelligen vermag.
Nachdem sie ihre Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen hat abbrechen müssen, ging es natürlich zunächst zum Amt. dort wurde ihr klipp und klar vermittelt, dass sie für eine Umschulung nicht in Frage komme, da sie keine abgeschlossene Ausbildung habe und somit nicht umgeschult werden könne.
Danach ging es in die Rehaabteilung, um es über den sogenannten zweiten Arbeitsmarkt zu versuchen. Dort wurde dann jedoch Gutachten um Gutachten erstellt, nur um zu dem Ergebnis zu kommen, dass es ihr gesundheitlich nicht schlecht genug geht, um für eine der Maßnahmen des staatlich gestützten zweiten Arbeitsmarktes in Frage zu kommen.
Uffs. Damit war es passiert. Für den ersten Arbeitsmarkt zu krank, für den zweiten zu gesund und auch nicht berechtigt sich umschulen zu lassen. Eine junge Frau mit Fachabitur anfang 20 mitten im luftleeren Raum, zwischen den Stühlen unseres wirtschaftlichen Systems und der es flankierenden staatlichen Einrichtungen.
Somit lief zunächst einmal alles auf eine Therapie hinaus, um zumindest wieder eine Ausbildungsfähigkeit herzustellen. Deren erfolgreicher Abschluß jedoch lediglich dzu führte, dass sie nun für die staatlichen Maßnahmen endgütlig zu gesund war, für den ersten Arbeitsmarkt mit 23/24 jedoch eigentlich längst zu alt geworden war, um sich auf Lehrstellen zu bewerben, die normalerweise die Leute im Alter von 16/17 antreten…
Somit ist die Situation im Moment so ziemlich die, dass hier eine junge kompetente Frau Anfang/Mitte 20 mit Fachabitur zur industriellen Reservearmee und somit zur ALG2-Bezieherin degradiert wird. Ein Umstand, den wir uns eigentlich nicht leisten können. Insbesondere dann nicht, wenn man bedenkt, wie immer wieder über den Fachkräftemangel gejammert wird.
Von daher nun also mal dieser Ansatz der Lehrstellensuche. Gerne würde sie eine Ausbildung im Bereich Bürokauffrau oder ganz allgemein etwas kaufmännisches machen. Da sie jedoch durch einige Jahre im Nebenjob (400€-Basis) Erfahrungen als Kellnerin gesammelt hat, wäre auch im Bereich Restaurantfachfrau etwas denkbar.
Ideal wäre natrülich für sie Dortmund und Umgebung. NRW-weit oder durchaus auch deutschlandweit, wären jedoch genauso vorstellbar.
Wer hier nun also weiterhelfen kann, der nutzt doch bitte einfach die Kommentarfunktion in diesem Blog, oder schreibt mir eine Mail an: bjoern.kraus(das bekannte Zeichen)uni-dortmund.de
Ich würde dann den Kontakt entsprechend vermitteln.
Also, wer ne Lehrstelle anbieten kann, oder auch nur einen Kontakt vermitteln kann, bzw mit seinem Blog als Multiplikator fungieren möchte: Nur zu. Wir sind hier für jede Hilfe dankbar.
Und bereits im Vorraus: Besten Dank.