Linux Basics: Linux, GNU, Distribution… Ein wenig Licht für das Begriffe-Chaos

Nachdem ich hier ja bereits die Begriffe Free Software und Open Source etwas näher erläutert habe, möchte ich mich nun in einem weiteren Linux Basics-Artikel um weitere Begriffe aus der Linuxwelt kümmern, die gerade bei Ein- und Umsteigern immer wieder für Verwunderung und/oder Irritationen sorgen. Zumal einge davon auch nicht immer so ganz korrekt benutzt werden…

Also bringen wir hier jetz mal ein wenig Licht ins Dunkel.

Was heißt denn nun Linux?

Nun hier haben wir direkt den ersten Begriff, wo man das gar nicht so hundertprozentig sagen kann. Denn der Begriff wird von unterschiedlichen Leuten je nach Kontext unterschiedlich verwendet.

Im groben lässt sich aber zwischen einer umgangssprachlichen und einer technisch korrekten Verwendung des Begriffs unterscheiden.
Bei der umgangssprachlichen Verwendung ist mit Linux wirklich das komplette Betriebssystem gemeint. Also genauso, wie man von Windows und MacOS redet. Gemeint ist hier also das System, dass man sich auf seinem Rechner installiert und dass dort dafür sorgt, dass man einen lauffähigen PC hat, mit dem man arbeiten kann.

Technisch korrekt ist dies allerdings nicht.
Denn eigentlich ist Linux lediglich der Kernel, den Linux Torvalds usprünglich programmiert hat. Zwar ist der Kernel die wichtigste Einzelkomponente eines Betriebssystems, es ist aber eben nicht das Betriebssystem im Ganzen.
Wenn jemand also den Begriff Linux technisch korrekt verwendet, dann bezieht er sich ausschließlich auf den Kernel.
In der Presse und in der Umgangssprache ist mit Linux hingegen meist das Komplettsystem gemeint.
Im Zweifel empfiehlt es sich halt einfach, auf den Kontext zu achten.

Was ist GNU bzw. GNU/Linux?

Das GNU-Projekt wurde in den 80er Jahren von Stallman gegründet und stellt den Versuch da, ein komplett freies Betriebssystem zu erstellen, das vollständig der GPL (GNU Generell Public License) unterliegt. Der Name selbst ist eine Abkürzung und steht für GNU is not Unix, da GNU auf dem Design von Unix basiert und man dem Original auf diese Weise Anerkennung für die Inspiration zollen wollte.
Ende der 80er, war man mit dem GNU-System beinahe fertig. Alles was noch fehlte war ein Kernel.
Insofern kam es 91 wie gerufen, dass Linus Torvalds den Linuxkernel programmiert hat.
Denn die Kombination aus GNU und Linux ergab zum ersten Mal ein komplett freies System, das tatsächlich auf einem System lauffähig war.
Insofern ist es technisch eigentlich korrekt und wird es von der Free Software Foundation auch regelmäßig eingefordert, von GNU/Linux zu reden, wenn man das gesamte System meint. Diese Sprachregelung konnte sich jedoch nie wirklich durchsetzten und so wird weiterhin zumeist von Linux geredet, wenn eigentlich GNU/Linux gemeint ist.
Lediglich Debian als Distribution stellt hier eine löbliche Ausnahme da und spricht von GNU/Linux. Bei beinahe allen anderen Distributionen ist immer nur die Rede von Linux.

…. halt stop! Moment mal… Distri was???!? -Nur keine Panik, kommt sofort.

Was ist eine Distribution?

Die Kombination aus GNU und Linux mag ein komplettes, vollständiges lauffähiges und freies Betriebssystem ergeben haben. Außer für Freaks war damit jedoch nicht viel gewonnen, da der normalsterbliche Anwender bereits an der Installation scheitern würde.
Und genau hier kommen die Linuxdistributionen ins Spiel. Von diesen gibt es unzählige, von diversesten Distributoren.
Bei einer Linuxdistribution handelt es sich um ein vollständiges GNU/Linuxsystem, das von einem Anbieter betreut wird und ein Packetmanagment benutzt um somit die Installation und Deinstallation von software zu einem echten Kinderspiel zu machen.
Außerdem ist eine Distribution immer mit einer Installationsroutine ausgestattet, die es auch dem Laien ermöglicht, sich ein Linux zu installieren.

Darüber hinaus bieten viele Distributoren auch Support an.
Kurz und gut: Eine Distribution ist in der Regel das, womit man als Linuxanwender als erstes Kontakt hat und was man bei seiner täglichen Arbeit nutzt.

Abschließend würde ich noch allen Ein- und Umsteigern empfehlen, sich zumindest zu Beginn an eine der großen und auf Einsteigerfreundlichkeit hin ausgelegten Distributionen wie openSUSE oder Ubuntu, bzw. Kubuntu zu halten.

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