Nachdem ich vor kurzem hier den Film Zug des Lebens vorgestellt habe, möchte ich dieses Mal nun die Satire “Wag the dog” vorstellen.
Dieser FIlm ist von 1997 und auch wenn er aufgrund der vielen Paralelen auf ewig mit der Lawinsky-Affäre von Clinton verbunden bleiben wird, so war dieser Film doch bereits vorher abgedreht. Insofern ist es eher Ironie des Schicksals, dass die Grundhandlung des Films so schnell von der Realität eingeholt wurde.
Die Grundstory dieses, mit Dustin Hoffman und Robert DeNiro wirklich erstklassig besetzen Films ist die, dass der Präsident sich an einer minderjährigen Pfadfinderin vergriffen hat und dies nun wenige Tage vor der Wahl ans Licht der Öffentlichkeit zu kommen droht. Die engsten Berater des Präsidenten entscheiden, dass er nur dann eine Chance auf eine Wiederwahl hat, wenn es ihnen gelingt, die Presse für die nächsten 11 Tage irgendwie von dem Skandal ab zu lenken.
Um dies zu ereichen, hällt man einen Krieg für das geeignetste Mittel und die Wahl fällt auf Albanien, da eh kein Amerikaner wisse wo dies liegt und nur die wenigsten einen Albaner kennen dürften. Da man sich jedoch einen echten Krieg nicht leisten kann, entscheidet man sichdafür, zusammen mit einem Hollywoodproduzenten einen für die Medien zu inszenieren.
Hier ist dieser Film eine wundervolle Kritk an der modernen Medienlandschaft und unserem Umgang mit eben diesen Medien. Der Film regt zu einem kritischeren Umgang mit den Medien an, indem er einem deutlich vor Augen führt, wie wenig hilfreich Sätze wie “Es kommt doch im Fernsehn, also muss es stimmen.” tatsächlich sind. Die ganze Art, wie die Häppchen für die Nachrichten produziert werden, man eine aufgeheitzte patriotische Stimmung im Land verursacht und auch noch die entstehenden Kosten via Merchandising wieder reinholt, wirft ein wunderbar skuriles, schräges Schlaglicht auf unsere schnellebige, mediengläubige Gesellschaft, der nur allzuoft der kritische Blick abhanden gekommen ist.
Der Humor in dem Film ist einfach herrlich und auch immer wieder nur zu tiefgründig. Wenn man also auf guten Humor und Satire steht und auch über Witze lachen kann, die nicht auf einem Oliver-Pocher-Gossen-Niveau liegen, dann ist dieser film mit Sicherheit genau das Richtige.
Ich jedenfalls liebe diesen Film und habe ihn mitlerweile etliche Male gesehen, ohne das der Film etwas von seinem Reiz verloren hätte.
Weitere Infos zum Film gibt es auch bei Wikipedia.
Und nun möchte ich zum Abschluß noch kurz diese 6 minütige Szene aus dem Film, die ich bei Youtube gefunden habe zeigen. Viel Spaß damit:
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Björn Kraus erwähnt. Björn Kraus sagte: Neu im #Blog: http://bjoern-kraus.de/2010/05/19/filmvorstellung-wag-the-dog-dvd/ #Filmvorstellung "Wag the Dog" #DVD [...]
Twitter: janapurplepen
wrote:
*g* Du weißt ja, dass ich manchmal ein wenig brauche, bis ich Beiträge endlich lese (und vor allem endlich Zeit und Lust für die eingebetteten Videos habe)
Den Film habe ich auch schon gesehen, aber schon seit einiger Zeit aus meinem Gedächtnis verloren. Ist auch schon 2 Jahre her, dass ich den gesehen hab. Als ich so ne Maßnahme vom Arbeitsamt gemacht hab zwischen Schule und FSJ, hat der Lehrer bei dem ich Verwaltungsunterricht hatte immer von dem Film gesprochen und schließlich haben wir ihn auch geschaut.
Schön, nochmal daran erinnert zu werden. Du hast Recht, der Film ist gut. Aber das Medien- und Gesellschaftskritische hat mich zu dem Zeitpunkt vor 2 Jahren nicht so recht interessiert, obwohl der Lehrer ja genau darauf hinaus wollte.
Twitter: bmkraus
wrote:
Macht ja nix, dass du da nen bissel länger brauchst, um die Artikel zu lesen.
Ich freu mich, wenn sie überhaupt gelesen werden. Und noch mehr freu ich mich natürlich über Leute wie dich, die nicht nur lesen sondern auch fleißig kommentieren. – Dafür sowieso an dieser Stelle mal ein dickes Danke.
Aber zum Film: Ich persönlich habe den vor *puuuh* ich glaub so 9 oder 10 Jahren durch einen Kollegen kennen und sofort lieben gelernt, da er so absolut meinem Humor entsprochen hat.
Später habe ich ihn dann auf dem Weg zum Abi nochmal im Deutsch LK gesehen und dann privat auch noch mal die eine oder andere Ausstrahlung im Fernsehn mir angeschaut.
Dann aber hab ich den Film doch mit der Zeit wieder vergessen.
Irgendwie wurde ich aber durch “Zug des Lebens” wieder dran erinnert. Vielleicht einfach, weil ich beide Filme fast zeitgleich kennen gelernt habe und sie auch durch den selben Kollegen kennengelernt habe. Wer weiß…
Jedenfalls steht er nun wieder auf meiner “Filme die ich mir noch auf DVD besorgen muss”-Liste;-)