In diesem Artikel möchte ich nun mal wieder ein Buch vorstellen. Dieses Mal “Linux verstehen und administrieren. Was jeder Superuser wissen sollte.” von Brian Ward, übersetzt und für die deutsche Ausgabe aktualisiert von Dirk Wetter.
Dieses Buch hat mir persönlich bei meinen Versuchen Linux wirklich zu verstehen sehr geholfen und es war auch schon das eine oder andere Mal mein kleiner Retter in der Not, so dass ich dieses Buch wirklich nur empfehlen kann.
Zumal es an sich ein recht einmaliges Buch ist. Denn dieses Buch ist in gewisser Weise eine Einführung in die Thematik, deckt jedoch ein enormes thematisches Spektrum ab und ist auch für Fortgeschrittene Leser eine echte Bereicherung. Denn dieses Buch befasst sich nicht mit irgendwelchen GUIs und erklärt auch nicht lange und umständlich deren Benutzung sondern kümmert sich voll und ganz um die Bash und darum, wie Linux funktioniert und wie man es von der Kommandozeile aus administriert. Dabei werden vor allen Dingen generelle Lösungsansätze vermittelt, so dass man nach der Lektüre dieses Buche an sich auch in der Lage ist, Probleme zu lösen, die in ihrer konkreten Ausformung im Buch nicht behandelt wurden.
Es sind gerade die vermittelten Grundlagen und die Tatsache, dass es sich fast ausschließlich mit der Bash befasst, die dafür sorgen, dass die Halbwertzeit des Buches und des in ihm vermittelten Wissens für Linuxverhältnise extrem hoch und lang ist, so dass sich die Investition durchaus lohnt. Kranken doch viele andere Bücher über Linux doch daran, dass sie eigentlich bereits bei Drucklegung schon wieder veraltet sind.
Jedoch möchte ich an dieser Stelle nun auch einmal kurz anmerken, dass dieses Buch zwar durchaus für Einsteiger geeignet ist. Das erste Kapitel richtet sich sogar ausdrücklich an Einsteiger und vermittelt und erklärt die absoluten Basics. Dennoch halte ich dieses Buch für absolut blutige Linux-Neueinsteiger dann nicht ganz für geeignet, da sich diese ja noch nicht einmal auf der GUI wirklich zurecht finden. -Für alle anderen Lesergruppen, kann ich das Buch aber wirklich nur und uneingeschränkt empfehlen.
Vor allem dann, wenn man das System wirklich verstehen will und es auch von der Kommandozeile aus administrieren möchte, bzw. gar muss, ist dieses Buch vonunschätzbarem Wert, da hier genau dies in einer umfassenden und verständlichen Art und Weise vermittelt wird. Und genau dies macht dieses Buch so einzigartig. Wird die Bash doch sonst in Einführungsbüchern meist auf 20 Seiten abgehandelt und sind umgekehrt die Bücher, die sich intensiver mit der Theamtik befassen meist so komplex geschrieben, dass man bereits einiges an Linuxerfahrung mitbringen muss, um den Ausführungen folgen zu können.
In diesem Buch wird hingegen die Funktionsweise von Linux und dessen Administration per Komandozeile über ein ganzes Buch hinweg erklärt und dabie dennoch bei einer absoluten Einführung alla “Was ist die Bash?” begonnen.
Und in Puncto Umfang der behandelten Themen braucht sich dieses Buch defenitiv auch nicht zu verstecken. so werden in dem Buch u.a. die folgenden Themen behandelt:
- Einführung in die Bash
- Start des Linux-Systems
- Dateisysteme, Gerätedateien
- Netzwerkgrundlagen und Konfiguration (Ethernet, PPP, DSL, NAT)
- Sicherheit (TCP-Wrapper, sshd, iptables, WLAN, netcat)
- Hardwarekauf für Linux
- Systemwerkzeuge (top, vmstat, lsof, strace, tcpdump u.a.)
- Entwicklungswerkzeuge
- Software und Kernel selbst übersetzen
- Shell-Programmierung und -Startdateien
- Das Linux-Hotplug (HAL, udev)
- Drucken, Backup
- Samba, NFS und rsync
Wie man sieht ist die Liste der behandelten Themen äußerst umfangreich, so dass man in der Tat behaupten kann, dass bei diesem Buch der Name Programm ist.
Was ich für mich an diesem Buch ganz besonders geschätzt habe ist die Tatsache, dass ich hier immer nachschlagen konnte, wenn ich mir meinen X-Server mal wieder zerschossen hatte und insofern auf der Bash arbeiten musste, um die GUI überhaupt erstmal wieder ans Laufen zu bekommen.
Außerdem möchte ich dan dieser Stelle noch auf die Komandoreferenz am Ende des Buches hinweisen, in der man wunderbar nachschlagen kann, wenn man mal eben eine schnelle Hilfe auf der Bash braucht.
Auch sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass das Buch über einen guten und umfangreichen Index verfügt. Leider muss ich da ja immer wieder feststellen, dass das Führen eines Index keine Selbstverständlichkeit mehr ist.
Fazit: Mit Ausnahme von ganz blutigen Anfängern, die gerade frisch zu Linux gewechselt sind, kann ich dieses Buch eigentlich jedem uneingeschränkt empfehlen, der sein Linuxsystem wirklich verstehen möchte. Das Buch ist gut, umfassend und fundiert geschrieben und wird man durch die Lektüre in die Lage versetzt, sich selbst zu helfen. Auch und gerade dann, wenn außer der Bash eigentlich schon gar nichts mehr geht. Aber auch als Nachschlagewerk ist dieses Buch absolut geignet.
Und wie tief man nun in das Buch hinabsteigt um sein Verständnis für Linux zu erweitern, bleibt letztlich jeden Leser selbst überlassen.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Björn Kraus erwähnt. Björn Kraus sagte: Buchvorstellung: http://bjoern-kraus.de/2010/05/19/buchvorstellung-linux-verstehen-und-administrieren/ #Linux [...]
oh, dieses buch sollte ich mal für ein kauf in erwägung ziehen!
Twitter: bmkraus
wrote:
Also ich habe den Kauf dieses Buches defenitiv nicht bereut.
Die momentan erhätliche Ausgabe ist zwar aktueller, als diejenige, welche ich mein Eigen nenne. Aber das Buch dürfte kaum schlechter geworden sein.
Alleine wenn ich daran denke, wie oft ich zu openSUSE 10.3 und openSUSE 11.0 Zeiten, als ich verschiedenste Treiber für meine OnBoardGraKa ausprobiert habe vor einem zerschossenen System saß… da war das Buch Gold wert. Aber auch so, und wenn man so wie ich eigentlich kein Freund von der Komandozeile is und lieber ne GUI bemüht, hilft das Buch unheimlich, sein Verständnis vo nLinux zu erweitern und zu vertiefen.
Mir jedenfalls hat es mehr gebracht als einige andere Bücher die ich vorher gelesen hatte.