…zumindest für mich.
Denn nachdem ich schon längere Zeit Jabber benutze habe ich mich nun, nach dem Verkauf von ICQ an das russische Unternehmen Digital Sky Technologies (DST), dazu entschieden, meinen ICQ-Account endgültig einzumotten und somit auch dem guten Beispiel von Timo und Knut zu folgen.
Schließlich habe ich mich schon lange immer wieder über ICQ geärgert. So z.B. über den ewigen Spam und habe in einer ersten Protestaktion im letzten Jahr den Februar zu ICQ-freiem Monat gemacht.
Bislang habe ich ICQ aber irgendwie dann doch immer zähneknirschend geduldet, weil einfach keine Sau Jabber benutzt…
Damit ist für mich nun ein für alle mal Schluß. Mitte Mai werde ich meinen ICQ-Account vom automatischen Verbinden in Kopete ausnehmen und ab Anfang Juni werde ich mich dann gar nicht mehr in ICQ einwählen. Eventuell wird der ICQ-Account dann auch gleich ganz gelöscht.
Überhaupt biete ich diese Übergangszeit eh nur an, um meinen Kontakten die Möglichkeit zu bieten, ebenfalls nach Jabber zu wechseln. Und um diesen Umstieg noch etwas zu vereinfachen, möchte ich im Folgenden nun beschreiben, was Jabber ist, wie man es benutzt und welche Gründe für die Verwendung von Jabber sprechen. Kurz ich will überzeugen und den Umstieg zu Jabber so einfach wie möglich machen.
Nun, zunächst einmal zu der Frage, welche Gründe gegen die Verwendung von ICQ sprechen und somit für die Verwendung von Jabber:
- ICQ ist ein proprietäres Protokoll, dass in keinster Weise im Sinne der Nutzergemeinschaft entwickelt wird.
- AOL schraubt ständig am Protokoll herum, um Nutzer alternativer Clients auszusperren. Schließlich ist ICQ ja auch werbefinanziert.
- Der normale ICQ-Client unter Windows ist extremst nervtötend, da hier ständig irgendwelche Werbung vor sich hin blinkt. (Auch wenn ich davon persönlich nicht betroffen bin.
- Der normale ICQ-Client unter Windows ist wie “Poppen im Dark-Room ohne Gummi” um es einmal mit Helmuts Worten zu sagen. (Auch wenn mich dies ebenfalls nicht persönlich betrifft.
- Durch die ewigen Bastelleien am Protokoll kommt es ständig zu Problemen. Insbesondere bei Funktionen, die über das reine Versenden von Textnachrichten hinaus gehen.
- AOL interessiert sich nicht im geringsten für die Bedürfnisse und Interessen seiner Nutzer. So kam es erst vor kurzem wieder einmal vor, dass AOL am Protokoll gebastelt hat und während die Nutzer alternativer Clients nach wenigen Stunden und einem kurzem Update wieder Zugang zum ICQ-Netz hatte, mussten Nutzer des offiziellen ICQ-Clients mehrere Tage warten, bis sie wieder online konnten. Hier wurden also die eigenen Kunden dafür bestraft, dass sie die Software einsetzen, die AOL gerne eingesetzt sehen will.
- AOL hat eine EULA, die besagt, dass der Nutzer das Urheberrecht an allen über das ICQ-Netzwerk versendeten Inhalte an AOL abtritt. Dies ist eine absolute Unverschämtheit und, zumindest in der Deutschen Rechtsordnung, auch gar nicht zulässig, da hier ein Urheberrecht unveräußerlich ist und lediglich Nutzungsrechte veräußert werden können.
- Man bei ICQ von den AOL Servern abhängig ist.
- Der ewige Spam bei ICQ.
- Der Verkauf von ICQ an ein russisches Unternehmen.
Weitere Informationen weshalb man auf Jabber setzen sollte, findet man auch hier.
Und Jabber ist nun wirklich ein genialer InstantMessenger, der absoluter Freiheit unterliegt. Wer sich dafür interessiert, was Jabber genau ist, findet auch in der Wikipedia gute Informationen und einen soliden Einstieg in die Thematik.
Und sollte nun jemand schon fast überzeugt sein, dann sei hier schonmal auf die Seite deshalbfrei.org verwiesen, sowie auf diese gelungene “Jabber in 5 Minuten”-Anleitung.
Und zugegeben, bisher habe ich zu einem der Hauptargumente, gegen Jabber noch gar nicht Bezug genommen. Nämlich die Behauptung es gäbe ja kaum Leute, die einen Jabber Account haben. Nun, dass ich da erst jetzt Stellung zu beziehe, liegt schlicht daran, dass diese Behauptung auch völliger Bullshit ist.
Es gibt alleine in Deutschland Millionen Pc-Nutzer, die einen Jabber-Account haben. Das Problem liegt lediglich darin, dass die meisten gar nicht wissen, dass sie einen Jabber-Account haben.
Deswegen sei es hier einmal ausdrücklich erwähnt:
Jeder Nutzer von google-Mail/googleTalk, gmx, web.de, 1&1, Freenet und Tiscali hat automatisch einen Jabber-Account. All diese Leute bräuchten nix anderes zu tun, als ihre Zugangsdaten in einen Jabberfähigen Client einzutragen und fertig!!!
Überhaupt, nutzt z.B. der Messenger von gmx Jabber und ist Googletalk nix anderes als ein um Internettelefonie erweitertes Jabber. Selbst diese verkackten Facebbok-Chats nutzen Jabber. Da Facebook jedoch die Verbindung mit anderen Jabber-Servern unterbindet, ist dies defacto nutzlos.
Kurz um: Leute werdet endlich einmal wach!!! Nutzt die Freiheit, die ihr euch längst eingerichtet habt. Besser noch, legt euch einen neuen Jabber-Account bei einem der vielen Anbieter, wie etwa dem Chaos Computer Club in Berlin oder der Piratenpartei an, die alle Server zu verfügung stellen.
ICQ liegt seit langem im Sterben und wird lediglich von Marketingabteilungen und der Ignoranz der Nutzer am Leben erhalten. Nun lasst es doch endlich einmal in Ruhe das zeitliche segnen…
Und zum Abschluß noch der Hinweis für alle, die mich in Jabber finden wollen: b.m.kraus(hiergehört nun der Klammeraffe, auch “at” genannt hin)jabber.ccc.de
ich jedenfalls freu mich darauf, euch in Jabber begrüßen zu können.
Update: Ich habe am 05.05.10 die Liste der Anbieter, bei denen man automatisch einen Jabber-Account hat um 1&1, Freenet und Tiscali erweitert, da ich diese in der ursprünglichen Version des Textes schlicht vergessen hatte.
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von bmkraus erwähnt. bmkraus sagte: Neu im #Blog: #ICQ ist tot es lebe die #Freiheit bei #Jabber http://bjoern-kraus.de/2010/05/03/icq-ist-tot-es-lebe-der-chat-in-freiheit/ [...]