Bisher habe ich ja schon einen Artikel zum korrekten Weißabgleich und einen zum Weißabgleich mit einer Weißkarte geschrieben.
In diesem Artikel soll es nun darum gehen, das man einen “falschen” Weißabgleich auch als kreatives Stilmittel nutzen kann.
Denn nicht jeder Weißabgleich, der formal geshen nicht korrekt ist, ist auch gleichzeitig schlecht, auch wenn in den Diskussionen über den Weißabgleich immer wieder genau dieser Eindruck entstehen kann.
Vielmehr kann der Weißabgleich auch sehr gut dabei helfen, die Stimmung eines Bildes zu untermauern und somit Stimmungen und Emotionen zu übertragen. Und genau darum geht es doch verdammt nochmal in der Fotografie.
Ich will einfach nicht immer Fotos sehen, wo die Farben zu 100% stimmen, sondern ich will Fotos, die mich berühren und die eine Botschaft vermitteln.
Und wenn der Fotograf dafür einen “falschen” Weißabgleich verwendet, dann ist dies völlig legitim.
Schließlich tragen die Farben ganz wesentlich zur Stimmung und Wirkung eines Fotos bei und hier kann nun einmal ein “falscher Weißabgleich” die Wirkung verstärken.
So wirkt eine frostige, schneebedeckte Winterlandschaft oftmals gleich nochmal so gut, wenn das Foto einen leichten Blaustich hat, da Blau als kalte Farbe die kühle Wirkung unterstreicht. Nur übertreiben sollte man es dabei halt auch nicht.
Auch bei meinem Foto oben, habe ich bewußt einen falschen Weißabgleich gewählt, da diese Lichtstimmung für mich noch am besten die mysthische Stimmung vor Ort wiedergibt und das Foto gefällt mir so um ein Vielfaches besser, als mit einem korrekt durchgeführten Weißabgleich, weil es einfach näher an meiner Erinnerung und an meiner Empfindung beim Anfertigen des Fotos ist. Punkt.
Und nur damit ich hier nicht falsch verstanden werde. Natürlich ist der Weißabgleich wichtig. Und natürlich sollte jeder der ernsthaft fotografieren will in der Lage sein, selbigen korrekt durch zu führen. Aber dennoch ist es eben auch ein kreatives Stilmittel, welches man sich zu Nutze machen sollte.
Denn wenn man in der Lage ist, einen Weißabgleich korrekt durch zu führen, weil man auch die Zusammenhänge verstanden hat, dann kann, nein muss man sich in der nächsten Stufe wieder von der Vorstellung frei machen, man müsse unbedingt immer un düberall korrekte Farben haben.
Nochmals es geht in der Fotografie darum, Stimmungen und Emotionen zu transportieren und nicht um irgendeinen falsch verstandenen Farben-Fetischismus. Die technische Perfektion, die in den Disksionen über den Weißabgleich immer wieder anklingt, ist nicht alles.
Also: Seit kreativ und habt auch mal den Mut zu einem “falschen” Weißabgleich, wenn euer Foto dadurch besser wird.
