Wenn man in der Fotografie etwas anspruchsvoller wird, möchte man irgendwann auch bewußt mit Bewegungsunschärfe spielen. Sei es nun um Bewegung einzufangen oder aber, um Wasser z.B. an einem Brunnen nicht in seiner Bewegung einzufrieren, sondern in seinem Fluß abzubilden. Mit einer gezielt eingesetzten Bewegungsunschärfe lassen sich einfach wunderbare Effekte erzielen. Jedoch ist es dazu nun einmal notwendig, die Belichtungszeit zu erhöhen. Hierzu kann man einerseits die Blende verkleinern, oder aber im Dunkeln fotografieren. Anders formuliert, insbesondere Nachts stellt es kein großes Problem da, die Belichtungszeit zu erhöhen. Solange man die Belichttungszeit an seiner Kamera einstellen kann und über ein Stativ verfügt, hat man hier wunderbare Gestaltungsmöglichkeiten.
aber was kann man nun tuen, um auch am hellichten Tag die Belichtungszeit zu erhöhen, ohne dadurch völlig überbelichtete Fotos zu erhalten. Nun das klassiche Mittel der Wahl sind die ND-Filter, oder aber Graufilter, die sich fabrneutral verhalten und lediglich eine Erhöhung der Belichtungszeit erfordern, da sie weniger Licht durchlassen.
Aber diese sind a.) nicht mehr so einfach zu bekommen, b.) teuer und lassen sich c.) in der Regel nicht auf eine Kompaktkamera montieren.
Was kann man nun also tuen, um eine kostengünstige Alternative zu einem ND-Filter zu erhalten, die sich auch mit jeder Kompakten nutzen lässt?
Genau diesem Problem habe ich mich selbst gegenübergesehen. Zur Zeit besitze ich eine Canon Powershot A 530, die ich jedoch mit Hilfe von CHDK gehackt habe. Insofern wollte ich nun auch unbedingt einmal Fotos von diversen Brunnen machen, wo ich jedoch das Wasser in seiner Bewegung einfangen wollte.
Also dachte auch ich zunächst an einen klassischen ND-Filter. Zwar war mir klar, dass sich dieser nicht auf meine Kamera würde montieren lassen, aber was sprach denn dagegen, diesen dann einfach per Hand vor das Objektiv zu halten, da ich ja eh vom Stativ aus würde fotografieren müssen? Insofern machte ich mich also auf den Weg, um irgendwo einen ND-Filter aufzutreiben. Nachdem ich jedoch 12 Fotofachgeschäfte in 5 Städten abgeklappert hatte und nirgendwo ND-Filter vorrätig waren, bzw. mich die Hälfte der Verkäufer ansah, als käme ich von einem anderem Stern, habe ich kurzerhand aufgegeben und mir stattdessen lieber überlegt, welche Alternativen denn in Frage kämen.
Und dabei kam mir dann eine Idee, die sich mitlerweile auch wirklich als Praxistauglich erwiesen hat und mir darüber hinaus auch einiges an Geld gespart hat.
Und zwar hatte ich mir überlegt, dass Sonnenbrillen letztlich doch auch abdunkeln, ohne allzustark die Farben zu verfälschen. Also ging ich los und kaufte mir 7 Kindersonnenbrillen zum Preis von jeweils ca 2€ und entnahm die Gläser aus dem Gestell. Wenn man nun diese Gläser voreinanderhällt, erhällt man vom Prinzip her so eine Art ND-Filter, den man dann vor das Objektiv seiner Kamera halten kann. Durch den Kauf von 7 Brillen verfüge ich nun über 14 Gläser, so dass ich hier je nach Lichtsituation und geplanter Belichtungszeit recht flexibel reagieren kann.
Und was soll ich sagen, es funktioniert alles wunderbar. Insofern stellt diese kleine Bastellei eine kostengünstige Alternative zu einem echten ND-Filter da, die vor allem für Besitzer von Kompaktkameras interessant ist, da man dort einen ND-Filter ja eh nicht montieren kann und ein ND-Filter insbesondere bei Kompakten im Verhältnis zum Preis der Kamera dann doch ein sehr teures Zubehör ist.
Jedoch hat diese Technik auch ihre einschränkenden Schattenseiten.
Es ist schlichtweg etwas Übung und Erfahrung notwendig, um auf diese Art und Weise zu guten Fotos zu kommen. Denn wenn man z.B. zu viele Gläser vor das Objektiv hält und somit zu stark abdunkeld, ohne die Belichtungszeit dann hinreichend zu erhöhen, kommt es eben doch zu Farbstichen. Insbesondere ins Braun-rote hinein. Eine Erhöhung der Belichtungszeit, oder aber eine geringere Abdunklung lösen dieses Problem aber, so dass es hier halt vor allem auf Erfahrungswerte ankommt.
Auch erfordert es etwas Übung, die Gläser so vor das Objektiv zu halten, dass wirklich kein ungewolltes Licht einfällt, die Kamera während der Aufnahme nicht wackelt und man auch seine Finger nicht ins Bild hält.
wenn man sich aber die Mühe macht, mit ein paar Probefotos zu experimentieren und somit ein wenig Übung zu bekommen, dann kommt man mit dieser hier beschriebenen Methode zu recht ansprechenden Fotos, die einer Aufnahme mit einem ND-Filter recht ähnlich sind. Und dies zu einem Bruchteil der Kosten und sogra mit Hilfe einer Kompakten.
Abschließend sei noch angemerkt, dass die Möglichkeit im RAW-Format zu fotografieren hier natürlich von Vorteil ist, da sich so eventuelle Farbstiche schnell und leicht korrigieren lassen.
[...] Verfasst von Björn Manfred Kraus am Dezember 8, 2009 Wenn man in der Fotografie etwas anspruchsvoller wird, möchte man irgendwann auch bewußt mit Bewegungsunschärfe spielen. Sei es nun um Bewegung einzufangen oder aber, um Wasser z.B. an einem Brunnen nicht in seiner Bewegung einzufrieren, sondern in seinem Fluß abzubilden. Mit einer gezielt eingesetzten Bewegungsunschärfe lassen sich einfach wunderbare Effekte erzielen. Jedoch ist es dazu nun einmal notwendig, die Belichtungszeit zu erhöhen. Hierzu kann man einerseits die Blende verkleinern, oder aber im Dunkeln fotografieren. Anders formuliert, insbesondere Nachts stellt es kein großes Problem da, die Belichtungszeit zu erhöhen. Solange man die Belichttungszeit an seiner Kamera einstellen kann und über ein Stativ verfügt, hat man hier wunderbare Gestaltungsmöglichkeiten. aber was kann man nun tuen, um auch am hellichten Tag die Belichtungszeit zu erhöhen, ohne dadurch völlig überbelichtete Fotos zu erhalten. Nun das klassiche Mittel der Wahl sind die ND-Filter, oder aber Graufilter, die sich fabrneutral verhalten und lediglich eine Erhöhung der Belichtungszeit erfordern, da sie weniger Licht durchlassen. Aber diese sind a.) nicht mehr so einfach zu bekommen, b.) teuer und lassen sich c.) in der Regel nicht auf eine Kompaktkamera montieren. Was kann man nun also tuen, um eine kostengünstige Alternative zu einem ND-Filter zu erhalten, die sich auch mit jeder Kompakten nutzen lässt?Diesen Artikel weiterlesen [...]