Nachdem ich für lange Zeit das schreiben fiktiver Texte an den Nagel gehängt hatte und mich noch nichteinmal mehr für das Schreiben einer Kurzgeschichte begeistern konnte, habe ich mich nun mal wieder an das Schreiben einer kleinen Kurzgeschichte gewagt, die ich nun hier, auch in Hoffnung auf Kritik und Verbesserungsvorschläge unter CC öffentlich mache. Zumal ich doch auch gemerkt habe, dass ich beim Screiben doch ein wenig eingerostet bin.
Es war Dienstag Morgen 08:05 an einem nasskaltem Novembertag.
Er stand mit hochgezogenen Schultern, vor dem eisigen Wind, der ihm um die Ohren pfiff, Schutz suchend, vor dem zentralen Universitätsgebäude und zog noch einmal hektisch an seiner Zigarette, bevor er gleich wieder zu einem willen- und namenlosen Rädchen im Lehrbetrieb werden würde.
Unwillkürlich musste er zurück denken. An die schöne warme und entspannende Dusche, die ihm heute morgen so sehr geholfen hatte, von dem Zombie, der da aus seinem Bett gestolpert und anschließend ins Bad geschlürft war, wieder zu einem menschlichen Wesen zu werden. Als er dann auch noch an die wundervolle Tasse Kaffee denken musste, wurde er wehmütig und sehnte sich regelrecht danach, wieder diesen anregenden und belebenden Kaffeeduft in der Nase zu haben, der nur noch von dem wohlig warmen Gefühl übertroffen wurde, wenn sich der erste Schluck Kaffee langsam in Richtung Magen ergoss.
Kurzentschlossen entschied er, dass in Anbetracht der ihm bevorstehenden neunzig Minuten Langeweile, gepaart mit einer rasant wachsenden geistigen Leere, ein Kaffee genau das war, was er nun brauchte. Und so machte er sich, sich seinem letzten Zug an seiner Zigarette zuwendend auf den Weg zur Cafeteria.
Als ihm der Wind dabei den feinen Nieselregen so sehr in das Gesicht blies, dass sich dieser wie eine Unzahl kleinster Nadelstiche zusammen mit feinsten Messerschnitten auf seiner ausgekühlten Haut anfühlte, zog er seine Schultern noch etwas höher und beschleunigte seinen Schritt. Die gesamte Spannweite seiner Beine nutzend erreichte er die Cafeteria in Rekordzeit.
Beim Öffnen der Tür wurde er von einer wohlig warmen, zugleich aber auch entsetzlich trockenen und widerlich stickigen Heizungsluft begrüßt.
Kurz darüber grübelnd, was denn nun eigentlich das kleinere Übel sei betrat er die Cafeteria und stellte sich in die lange, wiedereinmal in Zeitlupe dahin kriechende Schlange aus Schlachtvieh, das einige noch immer romantisierend „Studenten“ nannten.
Beim Anblick der gut gefüllten Cafeteria und der langen Schlange musste er an die lange Fahrt zur Uni denken. An diese Fahrt in der überfüllten S-Bahn, die wieder einmal so viele Menschen transportierte, dass sie als Viehtransporter gegen sämtliche Auflagen und Gesetze zum Tierschutz verstoßen hätte. Aber immerhin hatte diese Menschenmenge dafür gesorgt, dass er trotz der wiedereinmal ausgefallenen Heizung im Zug nicht hat frieren müssen. Trocken und windstill war es dort sowieso.
Von einem deutlichem, wenn auch nicht zu heftigem Rempler wurde er wieder in die Gegenwart befördert. Er schloss die Lücke zu seinem Vordermann und stöhnte dabei leise, jedoch voller tiefstem Widerwillen auf, als ihm klar wurde, dass es noch mindestens fünf Minuten dauern würde, bis er endlich die lang ersehnte Kaffeemaschine erreichen würde. Wenigstens würde es hinter der dauerbelagerten Kaffeemaschine in der Schlange etwas schneller vorangehen. Dies auch, obwohl wiedereinmal die kleine Dicke an der Kasse saß, die es immerzu vorzog, mit wirklich jedem ihrer Opfer zu quatschen, anstatt weiter zu kassieren und somit immer einen geregelten, zügigen Betrieb effektiv zu verhindern wusste. Zumal sie sich dabei auch immer von der Länge der Schlange vollkommen unbeeindruckt zeigte.
Endlich hatte er die Kaffeemaschine erreicht und beobachtete mit angenehmer Erleichterung, wie sich ein, eigentlich geradezu mikriger, Schwall Kaffee in den Pappbecher ergoss, der danach ca. zur Hälfte gefüllt war. Nun konnte er endlich zur Kasse vordringen, bezahlen und sich anschließend widerwillig und apathisch auf den Weg zum Hörsaal machen.
Er erreichte den Hörsaal zwei knappe fünf Minuten nach Vorlesungsbeginn und in der Tat hatte der Dozent auch schon mit seinem für gewöhnlich langweiligen und einschläfernden Vortrag begonnen. Zu seinem Glück standen anscheinend noch etliche seiner Komilitonen hinter ihm in der Schlange und warteten auf ihre Chance einen lebensrettenden Kaffee zu ergattern. Dadurch war es ihm tatsächlich noch möglich, einen Platz in der vierten Reihe von hinten zu ergattern.
Als er seinen Blick durch die Reihen schweifen lies und die apathischen Gesichter mit den leeren Augen sah, war ihm klar, dass dies in der Tat eine der üblichen, todlangweiligen Vorlesungen werden würde. Sich leicht schüttelnd nahm er einen wohltuend warmen Schluck Kaffee und lies seine Gedanken schweifen.
Der Unialltag hatte ihn an diesem nasskalten Novembertag wieder…
Wie bereits ja gesagt, wirklich nur eine Kurzgeschichte, die ich hauptsächlich für mich selbst geschrieben habe, um mit dem Schreiben langsam wieder warm zu werden. Hier jetzt noch die Kurzgeschichte als Download.
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