Heute wollen wir ein weiteres Tutorium zur Bash erarbeiten. Hierbei beschäftigen wir uns mit einem äußerst wichtigen Thema, der Festplattenüberwachung mit Hilfe der Smartmontools. Diese dient letztlich dazu, einen drohenden Ausfall der Festplatte bereits im Vorfeld zu erkennen und somit nicht völlig überrascht zu werden und sich dann im Super-Daten-GAU wieder zu finden. Hierzu werden wir uns mit folgenden Dingen befassen: 1.Was ist SMART?; 2. Was sind die Smartmontools?; 3. Wie überprüfe ich ein Festplatte? bzw. Bedienung der Smartmontools.
Die Frage nach der Bedienung, des zu den Smartmontools gehörenden Deamons werde ich hier jedoch zunächst ausklammern. Diesem möchte ich mich vielmehr in einem gesondertem Tutorium zuwenden.
Was ist SMART?
S.M.A.R.T ist eine Technik, die seit einigen Jahren in eigentlich allen Festplatten verbaut wird. Hierbei überwacht die Festplatte sich selbst und schreibt alle relevanten Daten und insbesondere aufgetretene Fehler in einen dafür reservierten Bereich auf der Festplatte. Diese SMART-Daten sind insofern unheimlich wichtig und nützlich, wenn es darum geht, den Gesundheitszustand einer Festplatte zu beurteilen. Die hier enthaltenen Eckdaten geben recht gut Aufschluß darüber, wie es um die Festplatte bestimmt ist. Insofern hat man dann die Möglichkeit, rechtzeitig ein Backup anzufertigen und wird nicht mehr völlig vom plötzlichem Ableben der Platte auf dem kalten Fuß erwicht. Vor allem wenn in den SMART-Daten bereits Fehler vermerkt sind, sollte man sich schnellstmöglich an das Backup machen und schonmal nach einer neuen Platte umsehen.
Jedoch hat dieses System auch einen Hacken. Die SMART-Daten liegen vom Nutzer völlig unbeachtet auf der Festplatte herum und können ihn somit dann doch nicht warnen. Vielmehr ist es hier nötig, dass sich der Nutzer selbst darum kümmert, dass er sich diese Daten regelmäßig ansieht und die Festplatte immer mal wieder auf ihren Gesundheitszustand hin überprüft.
Und genau hier kommen unter Linux die Smartmontools ins Spiel.
2.Was sind die Smartmontools?
Die Smartmontools sind Konsolenprogramme, die unter Linux dazu dienen, die SMART-Daten für den Benutzer nutzbar zu machen und somit rechtzeitig vor einem Ausfall der Festplatte zu warnen.
Sie bestehen aus dem Programm smartctl, zum Anzeigen der SMART-Daten und dem durchführen von Tests, sowie dem dazu gehörenden Deamon smartd, mit dem wir uns jedoch an dieser Stelle noch nicht näher befassen wollen. Vielmehr wird es nun im folgenden darum gehen, wie man eine Festplatte mit Hilfe von smartctl überprüfen kann und wie man dieses Programm sinnvoll bedient.
3. Wie überprüfe ich eine Festplatte?; bzw. die Bedienung der Smartmontools.
Bevor ich überhaupt eine Festplatte mit Hilfe der Smartmontools überprüfen kann, muss ich natürlich zunächst heraus finden, welche Kennung die Festplatte von Linux bekommen hat. In der Regel werde ich meine Festplatte entweder unter /dev/hda oder aber unter /dev/sda finden. Um aber zunächst auf Nummer sicher zu gehen, überprüfe ich vor der Arbeit mit smartctl dies genau. Dies geschieht mit Hilfe des Aufrufs von fdisk -l. nachdem ich somit nun heraus gefunden habe, welche Kennung meine Festplatte im System hat, kann ich diese nun mit hilfe von smartctl überprüfen. Im weiteren gehe ich beispielhaft davon aus, dass die Festplatte unter /dev/hda zu erreichen ist. Sollte dies bei dir nicht der Fall sein, sind die folgenden Kommandos entsprechend deiner Situation anzupassen.
Zunächst überprüfen wir nun, ob SMART von der Festplatte überhaupt unterstützt wird. Hierzu rufen wir smartctl -i /dev/hda auf. Am Ende der Ausgabe stehen dann zwei Zeilen wie:
SMART support is: Available - device has SMART capability.
SMART support is: Disabled
Hierbei zeigt uns die obere Zeile, dass SMART von der Festplatte unterstützt wird, während die zweite Zeile anzeigt, dass die Überwachung per SMART zur Zeit nicht aktiviert ist. Sollte dies bei dir auch der Fall sein, solltest du diesen nun mittels smartctl -s on /dev/hda aktivieren. Später kannst du dann die Option -s on bei weiteren Aufrufen weglassen.
Als nächstes kannst du nun mit Hilfe von smartctl -c /dev/hda überprüfen, welche Tests deine Festplatte denn nun genau unterstützt. Die entsprechenden Einträge findest du am Ende der Ausgabe des Aufrufs. In der Regel sind zumindest der Kurztest und der ausführliche Langtest unterstützt.
Der Kurztest eigenet sich durchaus, um einmal auf die Schnelle einen kleinen Überblick über den Zustand der Festplatte zu bekommen, aber nur der Langtest geht wirklich in die Tiefe und liefert somit dann auch ein verlässliches Gesamtbild.
Der Kurztest wird mittels smartctl -t short /dev/hda gestartet. Den ausführlichen Langtest startet man entsprechend mittelssmartctl -t long /dev/hda. Gerade für den ersten Einsatz rate ich hier dringend zur Durchführung des Langtests. Aber auch später solltest du diesen ruhig regelmäßig wiederholen.
Nachdem der Test beendet wurde, kannst du dir das Ergebnis mittels smartctl -l selftest /dev/hda anzeigen lassen.
Darüber hinaus liefert auch smartctl -a /dev/hda eine sehr interessante Ausgabe. Hierbei solltest du vor allem die RAW-Values im Auge behalten. Wenn es hier zu deutlichen Zunahmen kommt, ist dies prinzipiell bedenklich, wobei hier nicht alle Werte gleich wichtig sind. Vor allem solltest du aber deine Festplatte austauschen, wenn sie den Schnelltest nicht mehr besteht. Dann liegt sie nämlich wirklich in den aller letzten Zügen.
Mit dem bisher gesagten, solltest du nun bei der Überwachung deiner Festplatte schon recht weit kommen. Jedoch weiß ich auch selbst, dass das größte Problem darin liegt, die Ergebnisse der Tests korrekt zu interpretieren. Insofern möchte ich an dieser stelle auch einmal auf diese und diese Anleitung verweisen, die sich zum Weiterlesen durchaus empfehlen. Und natürlich wie fast immer der Tipp, dir auch einmal die Manpage von smartctl mittels man smartctl näher anzusehen.
Abschließende Bemerkungen
Abschließend möchte ich an dieser Stelle nun noch darauf hinweisen, dass man sich nicht dadurch, dass die eigene Festplatte bei den Smarttests gut abschneidet dazu verleiten lassen sollte, die Erstellung von Backups schleifen zu lassen. Hierzu gibt es keine Alternative.
Die Smartmontools dienen lediglich dazu, vorgewarnt zu sein, wenn es mit einer Festplatte zu ende geht. Da Festplattenausfälle aber die Vielfältigsten Gründe haben kann, gibt es keine Garantie dafür, dass man sie im Vorfeld mit SMART erkennen kann. Es unterstützt einem lediglich dabei, nicht vom Ableben der Platte überrascht zu werden. die letzte Verantwortung liegt aber beim Nutzer.
Und ganz zu letzt möchte ich, da ich weiß, dass der Umgang mit smartctl und den SMART-Daten am Anfang nicht einfach ist noch auf das Programm Gsmartcontrol verweisen. Hierbei handelt es sich um ein grafisches Frontend für smartctl, so dass einem der Einstieg in die Materie weiter erleichtert wird. Außerdem eignet es sich auch gut für die Leute, die panische Angst vor der Konsole haben. Schleißlich ist die Kontrolle der Festplatte mittels SMART einfach zu wichtig, als dass es an so etwas scheitern sollte.