Microsoft erstmals mit einem Umsatzrückgang

Microsoft hat nun erstmals in seiner Firmengeschichte einen Umsatzrückgang vermelden müssen. In seinem Quartalsbericht macht Microsoft, wie auch das Linux Magazin bereits vermeldete im Prinzip Gott und die Welt für diesen Rückgang verantwortlich.
Da der Rückgang im Umsatz mit 30% recht groß ausgefallen ist, ist dies irgendwie verständlich. Schließlich war Microsoft als Quasimonopolist ja auch sehr, sehr erfolgsverwöhnt. Dennoch wirkt es irgendwie wie bei einem kleinen schmollenden Kind, dem man seinen Lutscher weggenommen hat. Schließlich hohlt Microsoft nun zum Rundumschlag aus, wer denn alles an der Miesere schuld sei, anstatt sich einmal selber zu fragen, ob nicht auch eigene strategische Fehler zu diesem Rückgang beigetragen haben.


Letztlich sollte sich auch Microsoft einmal eingestehen, dass wir zur Zeit eine große Wirtschaftskrise haben und es insofern schlichtweg schwieriger geworden ist, neue Hardware und neue Software-Lizensen abzusetzen. Hier bringt es nun wirklich nichts, auf die Free Software und auf Linux zu schimpfen, die Microsoft angeblich zusammen mit einer unterstellten Gratis-Mentalität der Kunden schwer zu schaffen machen würden. Zumal nun wirklich absolut niemand Microsoft davon abhällt, seine Software ebenfalls unter der GPL zu veröffentlichen. Die einzigen die das nicht wollen, ist Microsoft selbst. Schließlich würde man damit die Henne abgeben, die in dem veraltetem Konzept von Microsoft bislang die goldenen Eier gelegt hat.
Ich für meinen Teil finde es einfach nur sehr erfreulich, wenn Linux endlich in der Lage ist, Windows ein klein wenig von seinem Marktanteil abzunehmen. Von dieser Entwicklung können am Ende schließlich nur alle profitieren, da dies zu mehr Wettbewerb und im Falle einer größeren Verbreitung von Linux auch zu mehr Freiheit für die Nutzer führen wird.
Aber zurück zu dem Umsatzrückgang von Microsoft. Hier sollte sich die Firma einfach einmal die Frage stellen, ob die eigene Taktik am Markt noch zeitgemäß ist. Schließlich hat sich dieser seit dem Aufkommen der Netbooks doch recht deutlich verändert und bieten gerade die Netbooks auch eine Plattform, auf der Linux absolut eine Berechtigung hat.
Hier dann wie ein schmollendes Kleinkind über die eigenen Partner (HP und Intel) zu schimpfen, weil diese an einem Linux-System für mobile Geräte gearbeitet haben, ist einfach nur noch albern. Zumal dies auch nicht gerade dazu beitragen dürfte, diese Partner wieder enger an die MS-Gelddruckmaschine zu binden.
Des weiteren fragt man sich auch hier, wie Microsoft erst reagieren wird, wenn Google sein eigenes linuxbasiertes Betriebssystem veröffentlichen wird, welches sich ja zur Zeit in Arbeit befindet.
Neben seinen eigenen Partnern und der Open Source-Bewegung sieht MS vor allem die bösen Software-Piraten und die noch viel, viel böseren Gesetzgeber in der Verantwortung für den Unsatzrückgang. Schließlich würden letztere ja auch wirklich nicht genügend Patente zulassen und diese auch nicht mit genug globaler Allmacht ausstatten. Wirklich zum Heulen… Da bekomm ich wirklich einen riesigen Anfall an Mitgefühl.
Zu Guter letzt zeigt Microsfot mit seinem Bericht nun aber auch sein wahres Gesicht im Hinblick auf seine Interoperrabilitäts-Bemühungen. Schließlich drohen sie in ihrem Bericht kommerziellen Linux-Firmen indirekt mit neuen Patentklagen, da diese durch die Bemühungen Microsofts ja von den Microsoftentwicklungen profitieren würden, ohne die Entwicklungskosten getragen zu haben.
Eine Feststellung, wo ich mich ernsthaft frage, ob bei Microsoft eigentlich irgendjemand das Konzept von Free Software bzw. Open Source verstanden hat.
Naja, wie dem auch sei. Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls, das MS jetzt mal etwas vom hohen Ross runter kommen muss und das Linux nach wie vor immer mehr Verbreitung findet.

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