Was einen Linux-Nutzer so ärgert: "Sag mal; du benutzt doch Linux…?"

Die meisten durchschnittlichen Linux-Nutzer dürften wissen, was nun geschieht, bzw. wie dieser Satz weitergeht. Richtig: Es wird jetzt die Vermutung formuliert, dass man sich als Linux-Nutzer ja mit Rechnern auskenne, nur um dann “dezent” darauf hinzuweisen, dass man da ein “kleines” Problem mit seinem Windows habe.
Und ab hier ist es jetzt eigentlich völlig egal, was man tut und macht, man kommt aus der Nummer einfach nicht mehr heraus. Da kann man dann noch so sehr darauf hinweisen, dass man sich in der Tat mit PC’s einiger Maßen auskennt und auch relative gute Erfahrungswerte bei Linux hat, dies nun einmal aber nicht bedeutet, dass man auch Windows-Probleme lösen kann.

Bei den durchschnittlichen Anwendern ist einfach die Idee fest verankert, dass jemand, der ein solches “Freak-OS” wie Linux booten kann, automatisch in der Lage ist, Windows das Denken beizubringen. Einfach nur schrecklich!
Wo kommt diese fixe Idee eigentlich her? Wie kommt man darauf, dass jemand, der seit über einem Jahr kein XP mehr gestartet hat, der ideale Ansprechpartner für mein Problem mit der Regestry sei? Wie kommt man auf die Idee, das jemand, der noch nie ein Vista benutzt hat, der ideale Ansprechpartner ist, wenn es um die Einrichtung des WLAN geht?

Gut zugegeben: Bis jetzt haben es diese merkwürdigen Windows-Durchschnits-Nutzer noch nicht geschafft, mich mit einem Problem zu konfrontieren, dass ich nicht hätte lösen können. Trotzdem: Ich bin unter Windows einfach nicht mehr wirklich drin. Mein Workflow ist da nicht mehr der Beste. Davon ab, kriege ich jedes Mal Zustände, wenn ich wieder merke, für wie dumm mich Windows eigentlich hält, und auf wie wenig ich dort eigentlich Einfluss nehmen kann. Das Windows es nicht schafft Fehlermeldungen zu produzieren, die einem auch etwas sagen, kommt dann noch erschwerend hinzu.

Und deshalb erneut die Frage: Was denken sich diese Leute eigentlich dabei?
Glauben die wirklich, ich freue mich, wenn ich gerade auf dem Klo sitze und mein Handy klingelt, nur weil jemand glaubt sein Internet würde nicht funktionieren? [In der Realität war es wie so oft: Die eingestellte Startseite (google) war nicht erreichbar. Auf eine so abwegige Idee, wie das Probieren einer anderen Adresse MUSS MAN JA NUN WIRKLICH NICHT KOMMEN.]

Und dennoch; so sehr einen diese Einstellung der Leute auch ärgert. Irgendwie ist man dann doch wieder froh drum. Schließlich hat man somit, trotz all der Nerven, die man bei diesen Gelegenheiten immer wieder lässt, doch auch immer wieder etwas zu lachen.

So sprach mich z.B. einmal jemand an, der ein Problem mit seinem Windows hatte, da bestimmte Programme nicht mehr starteten. Wann ich denn mal Zeit hätte mir das anzuschauen und überhaupt, woran das denn liegen könnte. Und natürlich: Er hatte nichts gemacht.

Nun gut, es stellte sich im Laufe des Gesprächs und durch mein wiederholtes Nachfragen heraus, dass er die Ordner, in denen die Programmdateien lagen, aus Platzgründen von C: nach D: verschoben hatte. Natürlich ohne den Pfad im System anzupassen.

Sachen gibt’s…

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